Ich gebe zu, mein Verhältnis zu Kraftwerk war und ist gespalten.
Auf der einen Seite ist nicht von der Hand zu weisen, dass sie ihre und auch spätere Zeit musikalisch beeinflusst haben. Auch mich hatte es mal kurzzeitig erwischt. 1986, als Electric Café rauskam (hab ich noch auf Vinyl irgendwo), wurde „Musique Nonstop“ als Single ausgekoppelt und hat unfassbares Staunen bei mir hervorgerufen. Dieser Track hatte es mir echt angetan.

Davon abgesehen haben sie meine Welt aber nicht weitreichend verändert oder besonders gerockt, im Gegenteil. Ich fand immer, dass die Band ein seltsames Flair der Weirdness umgab. Musiker halt.
Sei’s drum…

Jetzt wurde allerdings etwas bekannt, das die Band in ein eher schlechtes Licht rücken dürfte.
Es ist gerade erst zwei Monate her, dass der seit 2004 geführte Rechtsstreit zwischen Moses Pelham und Kraftwerk mal wieder durch die Medien ging (u.a. taz und Die Welt berichteten).
In besagtem Streit ging es um zwei Takte (!!!) aus dem Lied „Metall auf Metall“ von Kraftwerk, die Moses Pelham für den Track „Nur mir“ von Sabrina Setlur verfrickelt hatte.

Stichwort Urheberrecht. Ich erinnere mich mit Schaudern an das Zündfunk-Telefoninterview mit Sven Regener. Auch wenn er natürlich nicht komplett unrecht hat – Künstler sollen und müssen natürlich für ihre Kunst entlohnt werden, andererseits ist eben auch bekannt, dass die Plattenfirmen (zumindest die großen) nicht ganz so schutzbedürftig sind, wie Regener es darstellt.
Aber egal, es geht um Kraftwerk, und die haben sich ein Ding geleistet, das ist einfach nur peinlich und ich hoffe, es beschert ihnen einen anständigen Shitstorm.

Ich fasse zusammen: sie haben Moses Pelham wegen der Verwendung von zwei Takten (Alter… Euer Ernst?) verklagt.
Dann, 2009 war das, anlässlich des 40-jährigen Bühnenjubiläums, hat Ralf Hütter behauptet, seinen alten VW 1974 für die Platte „Autobahn“ aufgenommen zu haben (ab Minute 01:35).

 

So so, hört, hört. Dein alter VW, ja? Na, das ist ja hochinteressant.

Könnte man alles so glauben, ist aber so nicht passiert.
Den Auto-Sound von der Autobahn-LP haben die Herren geklaut, und zwar ziemlich dreist von dieser Soundeffekt-Platte (für Film und Fernsehen):

Hört am Anfang genau hin, und dann hört hier rein:

Ganz eindeutig genau der Sound von der Soundeffekt-LP. Ich habe sehr gute Ohren, und ich habe ganz genau hingehört.

Es geht nicht um das Sampeln an sich. Es geht um die dreiste Behauptung (kleinliche Menschen würden es „Lüge“ nennen), den Sound selbst aufgenommen zu haben. Und das, nachdem man vorher wegen popeliger zwei Takte so ein Fass aufgemacht hat.

Kraftwerk, das ist mal eine richtig peinliche Nummer. Eure echten Fans dürften es Euch verzeihen, bei allen anderen habt Ihr Eure Glaubwürdigkeit in die Tonne getreten.
Folgender Vorschlag von mir für den Titel Eurer nächsten Platte: „Glashaus“

via Tanithblog

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