Wann genau hat das eigentlich angefangen mit der US-Political Correctness? Waren das noch die Achtziger oder schon die Neunziger?
Wurscht.
Jedenfalls wurde es irgendwann nicht nur uncool, bestimmte Wörter zu benutzen, sondern wurde gesellschaftlich verurteilt. In Fällen wie dem Wort „Neger“ oder „Kanake“ beispielsweise definitiv zur Recht, da sie äußerst negativ besetzt und damit beleidigend und diskriminierend sind.
Political Correctness ist also nicht per sé abzulehnen, wenn es um Gleichstellung und gerechte, menschliche Behandlung von Minderheiten geht.

Jedoch nimmt diese fast schon als „Wahn“ zu bezeichnende Entwicklung, vor allem in den USA, in den letzten zwei Jahrzehnten geradezu lächerliche Ausmaße an. Ich habe darüber vor einiger Zeit schon etwas verfasst, das sich ein wenig mit den – in meinen Augen – Ursachen dieser Entwicklung beschäftigt.

An dieser Stelle möchte ich gerne ein besonders krankes Beispiel anführen, über das ich mich seit Jahren immer wieder gerne aufrege, weil es so behämmert und vor allem beispielhaft für diesen PC-Wahn ist: 2013 wurde ein Sechsjähriger (ich sag’s nochmal: sechs!!! Der war in der Vorschule) der Schule verwiesen, weil er eine gleichaltrige Klassenkameradin auf die Hand geküsst hat. Ja, Ihr habt richtig gelesen. Auf. Die. Hand.

Hierzulande wäre jeder normale Mensch entzückt! Aber in Colorado Springs/USA war es eine Nachricht und einen Schulverweis wegen sexueller Belästigung wert. Und die Mutter des Jungen beschwert sich jetzt zu Recht darüber, dass ihr Sohn Fragen stellt und wissen will, was Sex ist. Mann Leute, der ist SECHS! Der weiß doch nicht mal, wie man „Belästigung“ buchstabiert, ey! Was ist bloß kaputt bei Euch? Und dann wundern sich die Leute, dass diese Kinder, deren vollkommen normales Verhalten so negativ bewertet wird, sich als erwachsene ’ne Pumpgun bei Wal Mart besorgen und wild durch die Gegend ballern. Vielleicht hättet Ihr ihn einfach küssen lassen sollen. Ehrlich mal, dieser Junge hat nichts anderes getan als seine ehrliche Zuneigung zu bekunden und hat dabei wahrscheinlich das imititert, was er zu Hause mitbekommt: dass Mama und Papa sich lieb haben. Ich mein, was gibt es Schöneres?!
Dieser kranke Ami-Verwaltungsapparat macht daraus sexuelle Belästigung. Wenn mir der Junge nicht so leid täte, ich würde laut lachen, echt. Das ist so ultra-lächerlich, dass mir kaum was dazu einfällt.

Aber leider nimmt es immer abstrusere Ausmaße an.
Land of the free? Yeah, right. That is one huge pile of bullshit.

Das traurige: es passiert ausgerechnet dort, wo sich die Menschen weiterbilden: an den Unis. Genau dort, wo – eigentlich – bereits gebildete, weltoffene Menschen ihr Wissen vertiefen wollen, darf man sich heutzutage nicht mehr zu Halloween als Mexikaner verkleiden, denn es könnte sich ja ein Mexikaner beleidgt fühlen. Ob sich einer tatsächlich beleidigt gefühlt hat, ist völlig nebensächlich. Ich frage mich gerade, als was man sich dann überhaupt noch verkleiden darf.

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Und wenn man als Dekan oder Präsident einer solchen Uni nicht vehement genug einschreitet (wobei die Definition von „vehement genug“ natürlich einzig und allein den Anklägern obliegt), tsja, da kann man schon mal den Job verlieren. Bzw. wird der Druck von außen dann so groß, dass die betreffenden Lehrkräfte von allein gehen. Wirklich lesenswert, da er die Vorkommnisse gut schildert und erklärt ist ein Artikel, der in der Welt erschienen ist. Wenn man den durch hat, packt man sich nur noch an den Kopf.

Und diese Selbstgerechtigkeit teilweise. Sucht ihresgleichen. Als könnte man da „Self-righteousness“ als Masterstudiengang belegen.

Sorry, aber das ist nicht ganz von der Hand zu weisen...

Sorry, aber das ist nicht ganz von der Hand zu weisen…

Und da ich genau weiß, wieviele Trolle, Schlaumeier und Klugscheißer sich hier und da so rumtreiben, lest bitte den Originalartikel, bevor Ihr mir Rassismus vorwerft. Alles hat Grenzen, und das gilt auch für politische Korrektheit.

via
Credit für Beitragsbild und Comic.

Join the conversation! 2 Comments

  1. Was an dem Wort „Neger“ – abgeleitet vom lateinischen niger (=schwarz) – rassistisch sein soll kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Ich jedenfalls habe einst im Kindergarten noch das Lied von den zehn kleinen Negerlein gesungen und bin gleichwohl der Ansicht, dass Menschen aller Hautfarben die gleichen Rechte haben sollen.

    Und in der kurzen, aber zu Recht berühmten Rede von Martin Luther King – „I have a dream“ – kommt das Wort „Neger“ – in der englischen version „Negro“ – nicht weniger als 15 mal vor. War also auch Martin Luther King ein Rassist?

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    • Ich sag ja: das Wort selbst ist nicht negativ, sondern negativ besetzt, ähnlich wie „Kanake“ oder „Polacke“. „polaco“ ist auf Spanisch z.B. völlig gängig. Es geht um die Verwendung. „Neger“ war mal völlig normal, wurde dann aber öfter auch als Schimpfwort benutzt.
      „geil“ hieß ja auch mal völlig anderes…
      Ich sage beispielsweise immer noch „Negerkuss“, und werde niemals das politisch korrekte „Schokokuss“ verwenden.

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