8. Mai 2018

Liebster F.,

mal abgesehen vom Social Media-Kosmos kennen wir zwei uns nicht – und das ist auch gut so.

Geaddet hatte ich Dich vor ein paar Monaten, dazu stehe ich auch. Ich zögerte zunächst, da ich Dich auf Deinem Foto zwar nicht hässlich, aber doch eher unsympathisch fand. Letztlich hatten mich dann wohl ein paar Deiner Kommentare zum Lachen gebracht – und bei Humor werde ich schwach. Humor gewinnt – fast immer.

Wenn man vom Adden- und Bestätigen-Button und den sporadischen Alibi-Likes mal absieht, haben weder Du noch ich großartig miteinander interagiert, und ich denke, das war durchaus im gegenseitigen Einvernehmen.

Dann kam dieser Tag, an dem ich mit einer geradezu ekelhaft banalen Frage auf einmal Deine lodernde Leidenschaft entfachte: ich habe auf Facebook nach einer Empfehlung für einen Fotograf/Webdesigner gefragt, woraufhin Du mir derart vehement jemanden ans Herz gelegt hast (und ich bin mir sicher, die ist auch ganz toll!), dass ich sofort misstrauisch wurde. Anmerkung der Autorin mitten im Text: mittlerweile habe ich Deine Webseite gesehen. Schön! Aber eben auch nicht sooooooo konkret geil. Habe da wesentlich mehr erwartet, um ehrlich zu sein. Und, warum wird sie (die tollste Webdesignrin der Welt) nicht im Impressum erwähnt? Stimmt ja! Da ist gar kein Impressum auf Deiner Seite!

Ist ja auch wurscht. Deine Empfehlung ist „leider“ untergegangen, weil es eine von zehn war (danke nochmal an alle!!!), mittlerweile hat sich eh was anderes ergeben, außerdem ist das jetzt über ’nen Monat her.

Gestern hast Du dann – zu meiner kompletten Überraschung – nachgehakt, ob ich sie denn angerufen hätte. Das hat mich so sehr verwirrt, dass ich es im ersten Moment völlig absichtlich unterlassen habe, Dir zu antworten. Da das aber unhöflich ist, schrieb ich einige Zeit später, dass sich etwas anderes ergeben hätte, bedankte mich allerdings artigst noch einmal.

In der Zwischenzeit schriebst Du selber jedoch, liebster F., auf einem ganz anderen Blatt derart hässliche Zeilen an eine Bekannte, dass mir hier und jetzt keine andere Wahl bleibt, als darauf zu reagieren.

Sieht aus, als hättest Du Dir Geschlechtsverkehr mit ihr erhofft, besprochen oder abgemacht wurde das allerdings nie (besagte Bekannte antwortete mir auf die Frage, ob der einvernehmliche Beischlaf jemals zur Debatte stand, kurz aber knapp: „NEIN!!! Igitt.“), obwohl Du scheinbar öfter „relativ anzüglich“ gewesen bist (im Zweifelsfall war es dann halt „nur Spaß“, ne?). Deine kindische Reaktion im Hinblick auf ihr mangelndes Interesse an Dir? Du hast ihr geraten, sich selbst zu ficken.

Als ich dann einen entsprechenden Status veröffentlichte (ohne Namensnennung) hast Du mich entfreundet, und ich habe bittere Tränen vergossen in meinen Kaffee gegähnt. Wahrscheinlich hattest Du in Deinem ersten Moment der eines Rumpelstilzchen würdigen Wut schlicht vergessen, dass wir auch auf Twitter verlinkt sind. Denn als ich einige Stunden später – completely unrelated, da ich ein Leben habe – diesen Remix veröffentlichte (einer meiner besten, im Übrigen):

hast Du es für nötig gehalten, mich anzutwittern. Schade, dass ich es nicht mehr lesen konnte, da Du mich sofort danach geblockt hast. Normal machst Du sowas ja nur auf Facebook (wurde mir so zugetragen), dann kann man die Beleidigung immerhin noch sehen, aber nicht darauf reagieren (total erwachsener Problemlösungsansatz, by the way). Lass Dir sagen: auf Twitter funktioniert das nicht. Ich weiß also gar nicht, in welcher Form Du mich, bzw. meinen Tweet/Remix beleidigt hast. Ich  glaube, es war irgendwas mit „du solltest dich schämen“.

Weißt Du, was peinlich ist, und wer sich schämen sollte?

Ein ältlicher „Radiomoderator“ mit einer Fistelstimme, dank der selbst Elmar Hörig noch als sonorer Bariton durchgeht und einem Sinn für Humor, der so platt ist, dass Fips Asmussen aufhören musste, Kassetten rauszubringen.

Mit anderen Worten, der einzige, der sich hier schämen muss, bist Du.

Du Wurst.

Foto

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Allgemein, carpe vitem, kannste Dir nich ausdenken

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