Gehört ihr auch zu denen, die etwas gegen Rassismus unternehmen möchten? So richtig? Besteht bei euch aufrichtiges Interesse daran, etwas zu ändern?

Dann möchte ich euch verdeutlichen, an einem sehr, sehr anschaulichen Beispiel, wie es nicht geht und warum wir diese Debatte nach wie vor vehement führen müssen. Hauptsächlich mit uns selbst. Zur Information: ich meine mich (ich bin weiß) und meine weißen, privilegierten Mitmenschen.

Hierzu folgender Screenshot, an dem mensch ganz klar sehen kann, wo eines der Hauptprobleme in der Bekämpfung von Rassismus liegt:

Wenn ihr das sorgfältig gelesen habt, werdet ihr gemerkt haben, dass hier ein weißer Mann von sich selbst spricht, also nur von einer sekundären Erfahrung mit Rassismus. Denn die wirkliche Erfahrung hat seine Freundin gemacht. Vor allem sein letzter Satz ist bezeichnend. Und an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Richtig peinlich. Ich schäme mich für diesen mir unbekannten Menschen. „Das war mir zu heftig.“

Und genau das ist das Problem. Solange weiße Menschen zu Zimperliesen werden und sich mit diesen Worten aus der Affäre ziehen, werden wir niemals etwas erreichen.

Dein Ernst, unbekannter weißer Mann? Es ist dir „zu heftig“? Was denn genau? Die unbequemen Wahrheiten, mit denen dich BIPoC konfrontieren? Dein Mangel an Argumenten oder wirklichem Support? Das ungute Gefühl des Ertapptwerdens, das dich beschleicht? Der Gedanke „Scheiße, das habe ich auch schon mal gemacht/gedacht“? Wie dünnhäutig und bequem musst du sein, dass dir dieser Kampf, der noch nicht einmal wirklich „deiner“ ist, „zu heftig“ erscheint?

Ganz kurze Frage, unbekannter weißer Mann: glaubst du, den BIPoC ist es vielleicht auch „zu heftig“, sich für ihren Schmerz rechtfertigen und ihn erklären zu müssen? Sich anhören zu müssen, dass ihr Struggle ja völlig „banal“ und überzogen ist, weil sie in Deutschland leben und es dort gar keinen Rassismus gibt, bzw. nicht-Betroffene ihn für einen Abklatsch aus den USA und damit für nicht erwähnenswert halten?

Du hast doch überhaupt keine Ahnung, was „heftig“ ist. Das hast du nicht zu entscheiden. Dieses Urteil steht dir nicht zu. Du bist anmaßend, lachhaft und definitiv Teil des Problems, wenn du diese notwendige Debatte nicht aushältst.

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